Bürgermeister Schellinger: „Wir gestalten weiter – auch unter schwierigen Bedingungen"

Haushaltsbeschluss 2026

Mit einem Zitat von Manfred Rommel – „Optimismus ist die Pflicht des Staatsmannes“ – eröffnete Bürgermeister Georg Schellinger am 11. Februar die Vorstellung des Haushaltsplans 2026 im Gemeinderat. Der Haushalt der Gemeinde Meckenbeuren zeigt deutlich, wie eng der finanzielle Spielraum für Kommunen geworden ist – und zugleich, wie viel sich in Meckenbeuren dennoch bewegen lässt.

Die ordentlichen Erträge der Gemeinde belaufen sich im kommenden Jahr auf 63,13 Millionen Euro, die Aufwendungen auf 66,03 Millionen Euro. Abzüglich eines außerordentlichen Ergebnisses ergibt sich damit ein Minus rund 2,44 Millionen Euro. Durch Rücklagen aus den Vorjahren kann dieses Defizit im laufenden Jahr noch ausgeglichen werden. „Wir können unsere Aufgaben weiterhin erfüllen, aber nicht mehr alle Wünsche zugleich umsetzen“, so Schellinger. Aufgaben wie Vereinsförderung oder kulturelle Angebote seien essenziell für das Zusammenleben, so Schellinger. Das Ziel der Gemeinde bleibt es, wie in den Vorjahren ohne Kredite auszukommen. Zwar plane die Gemeinde 4 Mio. Euro Kredite ein – jedoch nur als Puffer, falls zugesagte Unterstützung aus dem Sondervermögen des Bundes nicht rechtzeitig in der Gemeinde ankommt, so Schellinger.

Trotz der angespannten Lage bleibt der investive Kurs der Verwaltung erhalten. Rund 11,3 Millionen Euro fließen 2026 in Zukunftsprojekte – vom kommunalen Wohnungsbau über Bildungseinrichtungen und Feuerwehr bis zu Klimaschutzmaßnahmen. Zu den Schwerpunkten zählt die Wohnraumentwicklung. Für  weitere Grundstücksankäufe sind rund 4,3 Mio.  Euro vorgesehen. Die Arbeiten an der neuen Kita Hegenberg sowie am Anbau in Brochenzell werden abgeschlossen und Planungsschritte u.a. bei Hochwasserschutzmaßnahmen für die Grundschule Kehlen unternommen. Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen sowie erste Umsetzung des Biotopverbunds bleiben wichtige Maßnahmen im kommunalen Klimaschutz. Mit neuen Einsatzfahrzeugen für die Feuerwehr, barrierefreien Bushaltestellen und einem Ersatz für den Sammletshofer Steg investiert die Gemeinde 2026 in ihre Infrastruktur.

Ohne grundlegende Änderung bei den kommunalen Finanzen wären alle Gemeinderücklagen bis 2029 aufgebraucht. Darauf reagiert die Verwaltung ab sofort mit einem sogenannten Haushaltssicherungsprozess. Dabei gehe es, so Schellinger, nicht ums Kürzen um jeden Preis, sondern um eine ehrliche Analyse dessen, was notwendig und was verzichtbar ist. Trotzdem müssten nach jetzigem Kenntnisstand in jedem kommenden Jahr 2 Mio. Euro zusätzlich eingespart oder Abgaben erhöht werden.

In seiner Rede sprach der Bürgermeister von „realistischem Optimismus“ – einem Blick nach vorn, der die Herausforderungen nicht ausblendet, aber Gestaltung nicht preisgibt. „Optimismus bedeutet, sich nicht mit dem Status quo abzufinden. Deshalb ist dieser Haushalt ein Balanceakt – aber er ist umsetzbar. Er zeigt, wohin die Gemeinde Meckenbeuren unterwegs ist und was wir gemeinsam erreichen können. “

In ihren Stellungnahmen bekannten sich alle Fraktionen zum Haushaltsentwurf, der seit dem Herbst in zahlreichen Beratungen entstanden ist. Der Satzungsbeschluss zum Haushalt wurde einstimmig gefällt.

Der Haushaltsplan 2026 und die Rede zum Haushalt sind ab sofort auf der Homepage der Gemeinde zu finden.

 

Kennzahlen

Gewerbesteuer 2025                    21 Mio. Euro

Gewerbesteuer 2026 (Plan)        17,5 Mio. Euro

Erträge 2026 (Plan)                       63,13 Mio. Euro

Aufwendungen (Plan)                  66,03 Mio. Euro

Investitionen (Plan)                       11,3 Mio. Euro

 

BU: Bürgermeister Georg Schellinger bei seiner Haushaltsrede 2026: Trotz knapper Mittel setzt Meckenbeuren auf realistischen Optimismus – investieren, wo es nötig ist, und gestalten, was möglich bleibt.