Derart von innen gestärkt, ist alles vorstellbar.

Mit einem kunterbunten Sommerfest haben die 119 Schülerinnen und Schüler der Eugen-Bolz Grundschule Brochenzell den Abschluss ihrer Projektwoche kurz vor Beginn der Pfingstferien gefeiert.
Fünf Tage lang hatte sich jede Klasse einem speziellen Projekt gewidmet. Ob Zirkus, Generationsbrücke, Länderreise, Lieblingsobst, Brückenbau oder die eigenen Sinne - immer ging es darum, das Thema künstlerisch, handwerklich, fotografisch, bastelnd oder in Bewegung von vielen Seiten aus zu erkunden und im besten Falle auch noch anderen Menschen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Der Chor sang zur Begrüßung im Schulhof, der Elternbeirat hatte eine Hockete mit Büffet organisiert und ein Flohmarkt sorgte am Ende dafür, dass wieder Geld in die Kasse des Fördervereins kam.
Schulrektor Lothar Derkorn dankte den Pädagoginnen und dem Team aus Schulsozialarbeit samt FSJler für die gelungenen Ideen, die aufwendigen Vorbereitungen und die große Freude, die alle ganz offensichtlich an „ihrem“ Projekt hatten.

Manches wie den Zirkusauftritt für die Waldkitakinder – den die kleinen Artisten komplett selbst entwarfen, planten und umsetzten - ließ sich nur im Video nacherleben. Bei anderen Projekten gab es geradezu Muskelkater im Kopf ob all der neuen Erkenntnisse. Viele Ergebnisse luden in den einzelnen Klassenzimmern zum Anschauen, Ausprobieren und Herunterladen ein.

Überhaupt waren die Schul-iPads überall im Einsatz. Denn die Vorarbeiten zu antiken Brückenkonstruktionen, aber auch Einblicke in fremde Länder wie Irland oder die Auseinandersetzung mit den eigenen Sinnen lassen sich mit zeitgemäßen Medien nicht nur besser dokumentieren, sondern diese erweitern auch den Horizont und die Fertigkeiten noch einmal beträchtlich. Alle Eltern freuten sich, dass sie Bilder, Fotos und Arbeitsergebnisse der Kinder einfach aufs eigene Gerät „airdropen“ und damit mit nach Hause nehmen konnte.
Die Klasse 3 A wollte während ihrer Projekttage eine Brücke zwischen Generationen schlagen. Das Team des nahegelegenen Seniorenheims war so mutig, sich auf die Besucher der Grundschule einzulassen. Diese waren jeden Tag ganz beseelt von den Erfahrungen, dort mit ihrem Tandempartner zu spielen, zu basteln, zu singen oder sich über die Kindheit damals wie heute auszutauschen.
Mit einem Fragebogen interviewte jeder seinen Senior oder seine Seniorin. Und schnell war klar, dass nicht nur die Älteren von den Kindern lernten – wo findet man heute noch jemanden, der all die Strophen der deutschen Volkslieder beherrscht? Die Freude an der gemeinsam verbrachten Zeit strahlten die Exponate im Klassenzimmer aus. Geplant ist, dass der Kontakt einmal im Monat zwischen Schule und Seniorenheim nach den Ferien weiter gepflegt wird.
Jeder hat etwas in sich - und das kann wachsen. Das ist nicht nur die Essenz eines bekannten Kinderbuchs von Kobi Yamada, sondern auch die Überzeugungen des Schulteams in Brochenzell. Dieses Besondere haben die Kinder der Klasse 1 B in sich aufgespürt. Sie schrieben, gestalteten und formatierten eigene virtuelle Bücher am iPad. Weg vom bloßen Konsumieren, hin zu kreativem Einsatz der elektronischen Geräte, war die Idee. Die Erstklässler malten sich selbst, überlegten, was sie besonders gut können und bastelten kleine Traumgläser, in denen sie ihre Wünsche an die Zukunft aufbewahren. Wird der eine oder andere auf dem Regenbogen rennen? Wer weiß! Derart von innen gestärkt, ist sicher fast alles vorstellbar.

