Notfalltreffpunkt am BZM mit Notstrom und Erste-Hilfe-Material ausgestattet

Meckenbeuren hat ein Musterausstattungsset für einen sogenannten Notfalltreffpunkt erhalten. Die Ausstattung wird im Bildungszentrum Meckenbeuren (BZM) aufbewahrt, das im Ereignisfall als zentraler Notfalltreffpunkt dient. Schon vor zwei Jahren, während des Hochwassers 2024, war hier die zentrale Notunterkunft untergebracht. „Unser Schulzentrum bietet sowohl räumlich als auch bezogen auf Infrastruktur und Verkehrsanbindung beste Voraussetzungen“, erläutert Georg Schellinger, Bürgermeister, die Wahl. Die Nähe zu Rathaus und Polizei sei im Krisenfall zudem von Vorteil.
In der öffentlichen Wahrnehmung gelten die Energie- und Trinkwasserversorgung, die Versorgung mit Lebensmitteln sowie die Verfügbarkeit von Heizenergie und elektronischer Kommunikation als selbstverständlich. Dennoch kann es in besonderen Situationen zu Ausfällen kommen, die auch über mehrere Stunden oder Tage andauern können. „Krisensituationen wie Hochwasser, Unwetter oder länger andauernde Stromausfälle zeigen, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist“, betont der Bürgermeister.

Für solche Fälle richten Kommunen zentrale Anlaufstellen, sogenannte Notfalltreffpunkte, ein. In entsprechend ausgestatteten Räumlichkeiten erhalten Bürgerinnen und Bürger dort Unterstützung, Informationen, Kommunikationsmöglichkeiten sowie eine grundlegende Notversorgung. Das Bildungszentrum Meckenbeuren (BZM) wurde hierfür als geeigneter Standort festgelegt.
Die Einrichtung solcher Notfalltreffpunkte erfolgt auf Grundlage der Empfehlungen des Landes Baden-Württemberg. Kommunen können hierfür einmalig ein Musterausstattungsset erhalten, das wichtige Elemente für den Betrieb eines Notfalltreffpunkts umfasst. Dazu gehören unter anderem eine Notstromversorgung mit Notstromaggregaten, Beleuchtungseinrichtungen, Funktionswesten, ein Megaphon, Erste-Hilfe-Material, ein DAB+-Radio sowie Beschilderung und weiteres Einsatzmaterial.
„Mit dem Musterausstattungsset im BZM verfügen wir über zentral und gut erreichbares Equipment, um im Ernstfall schnell Hilfe leisten zu können“, so Georg Schellinger. „Die Vorsorge für Krisensituationen ist eine wichtige kommunale Aufgabe, um die Sicherheit und Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger auch in Ausnahmesituationen zu gewährleisten. Wir danken dem Land Baden-Württemberg ausdrücklich, dass uns diese Materialien kostenlos und unkompliziert zur Verfügung gestellt wurden.“
Genauso bedeutend wie die Maßnahmen der Gemeinde ist die eigene Vorsorge von Bürgerinnen und Bürgern. „Es geht darum, im Ausnahmefall einigermaßen vorbereitet zu sein und sich selbst sicherer zu fühlen“, so der Bürgermeister. Denn Ereignisse wie der Stromausfall in Berlin oder das Schussen-Hochwasser 2024 zeigen, wie verwundbar eine Gesellschaft ist. Die Ursachen mögen unterschiedlich sein, die Folgen ähneln sich: Wasser, Strom oder Gas fallen aus, vielleicht tagelang, Kommunikationswege und Internet brechen zusammen.
Ein besseres Krisenbewusstsein entwickeln Menschen bereits durch die Vorbereitung auf potentielle Notfälle, zum Beispiel, indem sie sich mit den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auseinandersetzen.
Die eigene Vorsorge und der Blick auf entsprechende Checklisten sind auch im Hinblick auf die Gemeinschaft wichtig. Denn die Priorität der Einsatzkräfte liegt im Not- und Krisenfall darauf, Leben zu retten, vulnerablen Gruppen zu helfen und soziale Einrichtungen wie Altersheime zu evakuieren. Jeder, der zu Hause vorgesorgt hat und dadurch eine Weile selbständig ist, entlaste Einsatzkräfte und damit das Gesamtsystem, so Schellinger über die Erfahrungen der Gemeinde Meckenbeuren aus den zurückliegenden Hochwasserereignissen.
