Kommunale Pegel
Neue Pegel liefern wichtige Daten für den Hochwasserschutz in Meckenbeuren


07.08.2026 - Knietief stand vor zwei Jahren in vielen Straßen von Brochenzell, einem Teilort von Meckenbeuren, das Wasser. Keller und Garagen liefen voll, die Schäden gingen in die Millionen. Neben Investitionen in bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen wie Mauern, Dammbalkensysteme, Pumpen und Notstromaggregate setzt die Gemeinde Meckenbeuren daher verstärkt auf eines: bessere Informationen.

Konkret geht es um die Frage, welche Auswirkungen bestimmte Wasserstände der Schussen oder des Gunterbachs auf Überschwemmungen in einzelnen Wohngebieten haben. Um hier genauere Erkenntnisse zu gewinnen, hat die Gemeinde kürzlich zwei neue Messstellen installiert. Die Teilnehmer der Schussenkonferenz, ein interkommunaler Austausch der Schussenanrainer, hatte 2025 vorgeschlagen, mehr Informationen an unterschiedlichen Gewässern im Schussen-Einzugsgebiet zu sammeln, um systematischer planen und handeln zu können.


„Bisher verfügten wir nur über einen amtlichen Wert, der in Gerbertshaus von der Landesanstalt für Umwelt ermittelt wird“, erläutert Axel Beutner, Hochwasserexperte im Bauamt und Ortsbaumeister der Gemeinde Meckenbeuren. „Deshalb ergänzen wir diese Daten nun durch eigene kommunale Pegel.“ So heißen die lokal betriebenen Messpunkte. Anders als offizielle Landespegel, die hydrologisch ausgewertet werden, dienen sie primär dem unmittelbaren Bevölkerungs- und Katastrophenschutz bei Hochwasser oder Starkregen.

Die neuen Pegel werden durch die Spezialfirma KWMSys GmbH dauerhaft betrieben. Einer der neuen Pegel ist an der Schussenbrücke bei Weiler installiert. Der Sensor ist am Brückengeländer montiert. Er misst kontinuierlich den Abstand zur Wasseroberfläche und bestimmt daraus den Pegelstand. Die Daten werden über das Mobilfunknetz übertragen und stehen im Rathaus jederzeit zur Verfügung. Zusätzlich fließen sie in das landesweite Flutinformations- und Warnsystem FLIWAS ein, in den Informationen zu Hochwasserlagen zentral gebündelt werden.

Ein weiterer Sensor misst direkt im Wasser und überwacht nun den Gunterbach. „Wegen der zunehmenden Extremwetterereignisse müssen wir auch kleine Bäche genau kennen“, erklärt Axel Beutner, warum die Kommune selbst in Überwachungstechnik investiert. „Mit präziseren Daten können wir verlässlicher einschätzen, bei welchem Wasserstand Gefahren drohen.“


Info: Was kann ich selbst tun, um mich zu informieren?

Die kostenfreie App „Meine Pegel“ ist – anders als das interne System FLIWAS - für alle Bürger innen und Bürger zugänglich. Sie wird von den Hochwasserzentralen der Bundesländer betrieben und gibt individuelle Warnmeldungen bei kritischen Wasserständen. Weitere Informationen sind abrufbar unter https://hochwasserzentralen.info/meinepegel/.

Ergänzend bieten die Hochwassergefahrenkarten www.meckenbeuren.de/de/wirtschaft-infrastruktur/hochwasser und die Starkregengefahrenkarten https://www.meckenbeuren.de/de/wirtschaft-infrastruktur/starkregen  auf der Website der Gemeinde Meckenbeuren eine wichtige Orientierung. Sie helfen dabei, das persönliche Risiko besser einzuschätzen und sich gezielt individuell auf mögliche Wassergefahren vorzubereiten.

 

Bildunterschrift: Hochwasserschutz in Meckenbeuren wird smarter! Dafür hat Arndt Henning von der Firma KWMSys GmbH kürzlich zwei zusätzliche, kommunale Pegel an Gewässern installiert. Sie sammeln Daten, die dazu beitragen den Hochwasserschutz zu verbessern. Die Spezialfirma ist auf Überwachung der Umgebung, also Regenmengen auf Bergkuppen und Pegelstände von Gewässern oder die Durchlässigkeit von Gittern vor Kanalrohren, spezialisiert. Pegel sind Einrichtungen zum Messen von Wasserständen oberirdischer Gewässer.