Die Gemeindedetektive fühlen sich wohl in ihrer Heimatgemeinde und präsentieren ihre Vorschläge im Gemeinderat

Im Rahmen des Projekts „Gemeindedetektive“, initiiert vom Jugendreferat, haben rund 60 Schülerinnen und Schüler der Albrecht-Dürer-Grundschule Meckenbeuren und der Eduard-Mörike-Grundschule Liebenau ihre Teilorte unter die Lupe genommen. Ziel des Projekts war es, den Kindern nicht nur theoretisches Wissen über kommunale Strukturen und Kinderrechte zu vermitteln, sondern sie auch aktiv in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einzubinden.
Theorie und Praxis: Demokratie erlebbar machen

Die jungen Detektive setzten sich zunächst im Unterricht mit den Grundlagen der Kommunalpolitik und den Rechten von Kindern auseinander. Anschließend analysierten sie bei Ortsbegehungen ihr direktes Umfeld – von Schulwegen über Spielplätze bis hin zu öffentlichen Plätzen. Dabei identifizierten sie Stärken, Schwächen und konkreten Handlungsbedarf. „Demokratie lebt davon, dass Menschen mitgestalten“, betont Bürgermeister Georg Schellinger. „In Meckenbeuren haben Kinder die besondere Chance, zu erleben, wie ihre Ideen Wirklichkeit werden. Ihre Perspektive auf Straßen, Schulwege und Spielplätze ist für uns von großer Bedeutung, da viele unserer Entscheidungen sie direkt betreffen.“
Kinder als Experten ihres Lebensraums

Fast alle teilnehmenden Kinder sind in Vereinen aktiv – sei es in Narrenzünften, Sportklubs oder Musikgruppen. Sie schätzen die Gemeinschaft und die Sicherheit, die ihnen ihre Gemeinde bietet. Gleichzeitig kennen sie auch Orte, an denen sie sich unwohl fühlen oder die sie als langweilig empfinden.
Ihre Analysen und Vorschläge präsentierten die Schülerinnen und Schüler kürzlich im Gemeinderat. Die Dritt- und Viertklässler aus Langentrog regten dabei an, dass Autofahrer rund um die Schule mit einem Blitzer oder Smiley an die vorgeschriebene Geschwindigkeit erinnert werden. Für den Schulhof wünschen sie sich neue Fußballnetze, die Reparatur von Schlaglöchern sowie in der dunklen Jahreszeit mehr Licht durch Straßenlaternen. Am Spielplatz Adolf-Aich-Straße fiel ihnen auf, dass die Fahrradständer oft zugeparkt werden, dass einige Schrauben an Bänken und am Karussell locker sind und dass an einigen Stellen Efeu und Unkraut Sitzgelegenheiten oder Spielgeräte behindern. Zudem machten sie die Gemeinde darauf aufmerksam, dass auf dem Fahrradweg zur Schule an bestimmten Stellen Bordsteine ungünstig abgesenkt sind, sodass die Schüler in gefährliche Situationen im Straßenverkehr geraten.

Die Gemeindedetektive der zwei vierten Klassen aus Meckenbeuren entdeckten auf ihren Spielplätzen defekte Bretter an Spielgeräten bzw. Bänken oder stark wucherndes Gras, fehlende Geländer oder Mülleimer sowie einen Platz, an dem eine neue Rutsche sinnvoll wäre. Allen gefällt das große Klettergerüst auf dem Schulhof – auch wenn die Hackschnitzel darum manchmal rutschig sind. Für eine gefährliche Kurve an der Max-Reger-Straße schlagen sie einen Spiegel vor und bitten um die Reparatur von Schlaglöchern. Für ein Überlaufbecken auf privatem Grund fänden sie ein Abdeckgitter nützlich. Gerade in der Grillsaison sei es wichtig, dass Erwachsene rund um eine Metzgerei in der Ortsmitte nicht wild parken, denn die Autos versperren den Kindern die Sicht und bringen sie in gefährliche Situationen. Vor der Schule wünschen sie sich einen Zebrastreifen, auf dem Schulweg ausreichend Licht im Winter und, dass vorhandene Schlaglöcher beseitigt werden.

Bürgermeister Schellinger dankte den Schülerinnen und Schülern für ihren engagierten Blick auf die Gemeinde und kündigte an, im Juli 2026 in den Schulen über die Umsetzung der Vorschläge zu berichten.
Ein besonderer Dank galt zudem dem Jugendreferat, den Lehrkräften beider Schulen sowie den Eltern und Verwandten für ihre Unterstützung. Wer auch nach dem Projekt weiter mitgestalten möchte, kann ab der fünften Klasse im Jugendrat aktiv werden – eine Möglichkeit, die die „Gemeindedetektive“ bereits im Rahmen des Projekts kennengelernt haben.
