Applaus für den Zebrastreifen



06. August 2026 - Die neuen Fußballnetze hingen bereits beim zweiten Vor-Ort-Besuch an der Eduard-Mörike Schule in diesem Jahr. Bürgermeister Georg Schellinger war kurz vor den Sommerferien bei den Gemeindedetektiven der Grundschulen in Langentrog und Meckenbeuren zu Gast. Im Frühjahr hatten die Schülerinnen und Schüler dem Gemeinderat berichtet, was ihnen an ihrem Heimatort gefällt und wo sie Dinge gerne verbessern möchten.

Nun wollte Schellinger wissen: Hat sich etwas verändert? Beim Toben auf dem Langentroger Schulhof war es jedem gleich aufgefallen, dass die Schlaglöcher repariert wurden. Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler mehr Mülleimer an verschiedenen Stellen in ihrem Umfeld entdeckt. Sie laden dazu ein, Unrat nicht in der Landschaft zu entsorgen. Manchmal waren es Kleinigkeiten, die störten: wackelnde Bänke oder ein klappriges Karussell. Nun sind die Schrauben angezogen, der Efeu und das Unkraut an Sitzgelegenheiten oder Spielgeräten beseitigt. Am Spielplatz Adolf-Aich-Straße wird es bald eine Lösung für die oft zugeparkten Fahrradständer geben, versicherte Georg Schellinger bei seinem Besuch.

Anderes dauert etwas länger: Die Straßenlaternen rund um die Schule werden in der dunklen Jahreszeit noch einmal überprüft. Undichte Bushaltestellenhäuschen werden demnächst abgedichtet, damit mit Schüler im Herbst besser vor Regen geschützt sind. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird ein Geschwindigkeits-Smiley ab September Autofahrer rund um die Eduard-Mörike Schule an das vorgeschriebene Tempo erinnern.

Gemeinsam mögliche Lösungen besprechen

Manche Lösung ist hingegen unbequem: Bordsteine werden auf dem Fahrradweg zur Schule nicht überall abgesenkt. Da muss man auch mal drei Meter weiter eine passende Stelle wählen, um nicht in gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu geraten, empfahl Georg Schellinger. Über andere Themen diskutierten Kinder und Bürgermeister: Warum gibt es für nicht überall eine Busbucht? Und warum beachten nicht alle Erwachsenen offensichtliche Vorschriften? Klar wurde für die Kinder, dass sie für sich selbst Verantwortung übernehmen und sich an Regeln halten können - und damit auch den Großen Vorbild sind.

Der Zebrastreifen kommt

Mit einem Trommelwirbel aus Händen und Füßen wurde in der Albrecht-Dürer Schule die Nachricht begrüßt, dass der Zebrastreifen nahe der Schule in den Sommerferien angelegt wird. Vier Jahrgänge Gemeindedetektive hatten sich dafür stark gemacht. Nun endlich wird der Schulweg sicherer. Auch die Idee mit einem Spiegel an der Max-Reger-Straße wird weiterverfolgt und in der kommenden Verkehrsschau im November mit dem Landratsamt und der Polizei diskutiert. Eine Buslinie von Obermeckenbeuren zu Schule wird derzeit vom Landratsamt geprüft und vielleicht mit einem Fahrplanwechsel Wirklichkeit. Da, wo Erwachsene unübersichtlich parken, wird das Ordnungsamt künftig öfter nach dem Rechten schauen.

Manche Ergebnisse gefallen den Schülern nicht, aber sie werden verständlich, wenn der Bürgermeister sie erklärt: Leider lässt sich die Idee einer Art Spielstraße, also einer verkehrsberuhigten Zone in der Komponistensiedlung, nicht so einfach verwirklichen. Da müssten alle Anwohner zustimmen – und Parkplätze auf der Straße fielen weg. Eine coole Rutsche für den Spielplatz Rebleweiher geben die Finanzen der Gemeinde in diesem Jahr nicht her.

Spaß und Action auf dem Sportplatz

Der Sportplatz ist fast allen Kindern besonders wichtig. Sie sind gespannt, ob und auf welchem der drei Meckenbeurer Sportplätze ein Kunstrasen verlegt wird. Um kleinere Anliegen der Kinder wie Bälle, die in Hecken landen oder zugewucherte Fahrradständer am Sportplatz, wird sich der TSV kümmern.

Nils Kaeding vom Jugendreferat zeigte sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Ihm ist es besonders wichtig, dass Schüler lernen, Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Es ist eine gute Erfahrung, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und die Sichtweise des Gegenübers besser zu verstehen. So lassen sich Entscheidungen nachvollziehen und akzeptieren.


Eigeninitiative fördern

Selbstwirksamkeit erleben Kinder und Jugendliche in Meckenbeuren zu verschiedenen Gelegenheiten: bei der Jugendkonferenz am 22. Oktober, als Mitglieder des Jugendrats oder im Ideenaustausch im Jugendcafé. Auch der direkte Draht ins Rathaus per E-Mail bietet den Schülerinnen und Schülern nach ihren Erfahrungen als Gemeindedetektive eine wertvolle Möglichkeit, ihre Anliegen einzubringen. „Menschen erleben unseren Staat direkt meistens auf kommunaler Ebene“, hat Georg Schellinger beobachtet. „Das Projekt Gemeindedetektive stärkt bei den Kindern hoffentlich das Vertrauen in demokratische Prozesse“, ist der Bürgermeister zuversichtlich.