Vernissage  „unSICHTBAR“ am 7. Mai um 19 Uhr

Eine Ausstellung über Flucht, Vertreibung und das, was oft im Verborgenen bleibt


Am 7. Mai um 19 Uhr wird im M-Raum der Sporthalle Meckenbeuren die Ausstellung „unSICHTBAR“ eröffnet. Sie rückt das in den Fokus, was in der öffentlichen Debatte über Migration und Flucht meist unsichtbar bleibt: die individuellen Schicksale, die Hoffnung und die Würde der Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Veronika Wäscher-Göggerle, Gleichstellungsbeauftragte im Bodenseekreis, hält die Laudatio. Die feierliche Eröffnung ist die erste von drei Veranstaltungen, die in diesem Jahr im Mai unter dem Motto „Demokratie ist bunt“ in Meckenbeuren stattfinden.

Flucht und Vertreibung sind Themen, die oft nur als Statistik oder politische Debatte wahrgenommen werden, haben die Initiatoren der Ausstellung, Katja Opferkuch und Axel Busch, beobachtet. Doch hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, eigenen Ängsten und Träumen. „unSICHTBAR“ lenkt den Blick darauf.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Berichte von Geflüchteten aus ganz verschiedenen Generationen. Einige wurden von Katja Opferkuch und Axel Busch interviewt, andere haben ihre Erlebnisse selbst aufgeschrieben, oft zum ersten Mal. Ihre Worte machen erlebbar, was es bedeutet, alles zurückzulassen und in einem fremden Land neu anzufangen. „unSICHTBAR“ gibt diesen Stimmen Raum – und zeigt, dass Verständnis dort beginnt, wo Menschen Zeit mit einander verbringen und zuhören.

In einer Epoche, in der demokratische Werte weltweit unter Druck geraten und Migration oft als Bedrohung thematisiert wird, lädt die Ausstellung dazu ein, die eigene Haltung zu hinterfragen. Was bedeutet es, Schutz zu suchen? Was bedeutet es, Schutz zu geben? Und wie zeigt eine Gesellschaft Menschlichkeit und Solidarität?

Katja Opferkuch ist seit neun Jahren Lehrerin in der Vorbereitungsklasse einer Grundschule. In ihre Klasse gehen Kinder aus der ganzen Welt, die bei ihr Deutsch lernen, bevor sie in eine Regelklasse eingeschult werden können. Viele von ihnen leben in gemeindeeigenen Unterkünften in Meckenbeuren. Die Kinder und ihre Familien bleiben für die meisten anderen Menschen in der Gemeinde unsichtbar. Denn meistens weiß man nichts von ihnen. 

Axel Busch ist Hausmeister für 19 Asyl- und Obdachlosenunterkünfte der Gemeinde Meckenbeuren. Seit fast fünf Jahren betreut er Objekte für Schutzbedürftige, die sich dezentral über alle Teilorte verteilen. Dort hört er viele Lebens- und Fluchtgeschichten, denn das Bedürfnis, das Erlebte zu erzählen, ist groß.

Die Ausstellung wird gefördert von LAGO BW - Demokratie stärken. 

 

Info

Die Ausstellung ist am 7.  Mai von 19 Uhr bis 21 Uhr und am 8. Mai von 15:30 Uhr bis 19 Uhr im M-Raum der Grundschule Meckenbeuren zu sehen. Danach wird sie bis Pfingsten in der Kirche St. Maria gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Bilödunterschrift:

Die Initiatoren der Ausstellung Katja Opferkuch und Axel Busch, sind Teil des Teams von „Demokratie ist bunt“  und laden Sie ein, hinzuschauen – und sich berühren zu lassen. Denn Verständnis entsteht dort, wo Menschen etwas voneinander erfahren, wo Unsichtbares sichtbar wird. Die Ausstellung im M-Raum zeigt, dass niemand freiwillig seine Heimat verlässt – und dass jeder Fluchtweg eine Geschichte von Überlebenskampf, Hoffnung und dem Wunsch nach einem Leben in Sicherheit ist.