Bürgermeister Georg Schellinger unterwegs mit Bürgerinnen und Bürgern rund um den Bahnhof

Martyna Hafen, Leiterin des Ordnungsamtes, und Volker Hartl, Leiter des Polizeipostens, gaben Einblicke in die Statistik. Weder beim Ordnungsamt der Gemeinde, noch bei der Landes- oder der Bundespolizei sind für das Areal überdurchschnittlich viele Straftaten vermerkt. Es gäbe nur wenige Beschwerden wegen Lärm, wusste die Leitung des Ordnungsamtes zu berichten. Volker Hartl nannte unter anderem die Zahl von insgesamt 21 Straftaten aus dem letzten Jahr, darunter vor allem den Diebstahl von Fahrrädern, eine Beleidigung und zwei Sachbeschädigungen. Der Bahnhof sei ein Ort des Kommens und Gehens von Menschen mit unterschiedlichen Gesellschaftsbildern, konstatierte der Leiter des Polizeipostens, aber kein herausragender Brennpunkt. Deshalb sei auch eine Videoüberwachung des Bereiches, wie es sich viele Bürgerinnen und Bürger nach dem Raubdelikt von vor eineinviertel Jahren gewünscht haben, derzeit nicht möglich. Die Überwachung von öffentlichen Orten mit Kameras ist durch das Landesdatenschutzgesetz streng geregelt. Sie kann an Knotenpunkten, Bahnhöfen oder anderen Orten eingesetzt werden, wenn es der Schutz der Menschen erfordert oder das Hausrecht des Eigentümers, zum Beispiel der Deutschen Bahn, durchgesetzt werden soll.

Bürgermeister Georg Schellinger und die Vertreter von Ordnungsamt und Polizei unterstrichen, dass es neben den Fakten zur Situation am Bahnhof auch ein individuelles Sicherheitsempfinden gäbe. Mit einem Rundgang vom Bahnhofsvorplatz durch die Unterführung zum Fachmarktzentrum, einen Blick zwischen dem Getränke- und Drogeriemarkt in den Fußweg Richtung Karl-Fränkel-Ring, auf die Bahnsteige und weiter Richtung Bahnhofsnebentoilette, Wendeplatte und Blick ins Ried Richtung Käsbachweg, einer Schleife durch Ernst-Lehmann- und Graf-Zeppelin-Straße bis zu den Lebensräumen und dem Jugendcafé erkundeten Bürgerinnen, Bürger und das Team aus dem Rathaus zusammen Orte, an denen sich Passanten nicht immer wohl fühlen.
Die vor einem Jahr frisch renovierte Unterführung empfanden alle als gelungen und weniger unheimlich als früher. Mit einem Spiegel könnte der lange Durchgang noch überschaubarer werden: Man sähe besser, wer einem vom anderen Ende entgegenkommt und kann auch den immer schneller werdenden Scootern besser ausweichen, so der Vorschlag einer Bürgerin.

Die Fußwege vom Fachmarktzentrum in die Wohngebiete oder im Ried bzw. rund um die Lebensräume sollten besser und mit zeitgemäßen Leuchtmitteln beleuchtet sein. Allen Teilnehmenden war bewusst, dass am späteren Abend an vielen Orten ein Teil der Laternen abgeschaltet würde, um Strom zu sparen und der Lichtverschmutzung vorzubeugen. Andererseits beunruhigen die nicht ausgeleuchteten Bereiche die Vorübergehenden. Nach anfänglicher Unsicherheit wurde die Präsenz von Vertretern der Gruppe „Sicheres Meckenbeuren“ rund um den Bahnhof als positiv wahrgenommen, berichteten mehrere Teilnehmer. Polizeivertreter Volker Hartl betonte, man befände sich in einem kontinuierlichen Austausch mit der Gruppe.

Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass der Bahnhof nach der Putz- und Renovierungsaktion des letzten Jahres dauerhaft sauberer und damit viel einladender als früher wirke. Anfang Mai werden Vertreter von Bahn und Gemeinde zusammen wieder mit einer gemeinsamen Reinigungsmaßnahme dafür sorgen, dass das auch so bleibt.
Zu einem besseren Sicherheitsempfinden am Bahnhof gehört auch, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde halten. Das gilt nicht nur für Autofahrer oder Busse, sondern vor allem für Scooter und E-Biker. Letztere sind oft viel zu schnell auf dem Bahnhofsvorplatz unterwegs. Hier sind alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Rücksichtnahme aufgerufen.
Save the Date
In den kommenden Wochen wird sich die Verwaltung mit den Anregungen der Teilnehmer des Spaziergangs beschäftigen. Am 10. Juni findet die nächste Veranstaltung unter dem Motto „Laufend im Gespräch“ mit Bürgermeister Georg Schellinger statt, diesmal auf dem Wochenmarkt, auf dem Kirchplatz von Meckenbeuren.
