„Im Rathaus darf man nicht lachen“

Die Gemeindedetektive unterwegs im Teilort Langentrog-Liebenau-Hegenberg  

„Demokratie lebt davon, dass Menschen mitgestalten“, ist Bürgermeister Georg Schellinger überzeugt. Gerade in einer Gemeinde wie Meckenbeuren hätten Kinder die besondere Chance, zu erleben, wie ihre Ideen Wirklichkeit werden. „Eure Perspektive auf Straßen, Schulwege und Spielplätze ist uns wichtig. Viele unserer Entscheidungen betreffen euch direkt – deshalb wollen wir eure Stimme hören.“

Die Lehrerinnen Martina Orth und Nicole Haas, unterstützt von FSJler Jonas Dietenberger sowie Manuela Mayer und Nils Kaeding vom Jugendreferat der Gemeinde Meckenbeuren hatten verschiedene Stationen vorbereitet. Spielerisch und in Arbeitsgruppen erkundeten die Teilnehmenden, was das Leben in ihrem Wohnort ausmacht: zum Beispiel Gemeinderat, Vereine, Feuerwehr, Polizei, Bauhof und Bücherei und wer welche Aufgaben übernimmt oder Rechte besitzt. Im Rathaus waren alle Schülerinnen und Schüler schon mal, und mancher hat festgestellt: Da darf man nicht lachen – zumindest, wenn es um das Foto vom Reisepass geht…

Fast alle Kinder sind Mitglied in einem oder mehreren Vereinen, ob Narrenzünfte, Garde, Fußballklub oder Reitverein, Eishockey, Schwimmen oder Musik. Sie schätzen die Gemeinschaft und die Freiheit, sich sicher im oberen Bezirk zu bewegen. Später ging es in Gruppen durch Hegenberg, Liebenau und Langentrog, um Lieblings- aber auch Gruselorte genauer zu betrachten. Warum fühlen sich Kinder an manchen Stellen nicht wohl, warum langweilen sie sich an anderen Plätzen - und wie kann man das ändern? Ihre Beobachtungen, Empfehlungen und Wünsche werden die rund zwanzig Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Team aus Jugendreferat und Lehrerinnen in der nächsten Sitzung des Gemeinderates vorstellen. Am Ende vom Schuljahr wird Bürgermeister Schellinger noch einmal berichten, was aus den Ideen der Kinder geworden ist. Und wer Lust auf noch mehr Mitsprache hat, kann ab der fünften Klasse im Jugendrat mitwirken. Die „Gemeindedetektive“ haben dessen Möglichkeiten im Projekt kennengelernt.

 

Mitbestimmung von Anfang an
Kinder und Jugendliche sollen laut § 41a GemO der Kommunalverfassung in Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, beteiligt werden.  Seit vielen Jahren sind deshalb jedes Jahr zwei Grundschulen eingeladen, mit ihren Schülern als „Gemeindedetektive“ aus Kindersicht demokratische Prozesse zu erkunden und konkrete Verbesserungsvorschläge für ihre Ortsteile im Gemeinderat zu präsentieren. Mit den Gemeindedetektiven, der Jugendkonferenz für Heranwachsende ab der 5. Klasse, dem Jugendrat, dem Jugendkomitee sowie den Ansprechpartnern im Jugendreferat und dem Jugendcafé als Anlaufstelle setzt die Gemeinde Meckenbeuren auf vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters.

 

Bildunterschriften: Was ist gut? Was könnte besser sein? Das fragten sich im April wieder die Gemeindedetektive in den Ortsteilen Langentrog und Meckenbeuren.

Am Ortsplan markierten die Mädchen und Jungen gemeinsam mit dem Bürgermeister Plätze, an denen sie sich gern aufhalten, wo ihre Freunde wohnen oder die schönste Wiese zum Beobachten von Milanen liegt.

Wer Geschmack an demokratischen Prozessen gefunden hat, ist eingeladen, ab Klasse 5 im Jugendrat mitzuwirken, dessen Gestaltungsspielraum und Einflussmöglichkeiten die Gemeindedetektive ausführlich im Rahmen ihres Projektes kennengelernt haben.