Es gibt viele Gründe auf Meckenbeuren stolz zu sein

Bürgerempfang

Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede der Bürgermeisterin, die der Meckenbeurer Bürgerschaft zu vielen Themen ihre Eindrücke, Ziele und Vorstellungen vermittelte. Dass sie dabei oft den richtigen Ton auch bei schwierigen Themen traf, zeigte der wiederholte Applaus.

 Kugel machte deutlich, dass sie in den kommenden Jahren die Verwaltung und die Gemeinde weiterentwickeln wolle. Ihre Methode: ein Kulturwandel in der Organisation und in der Gemeinde. Man könne da auch von der Wirtschaft lernen.  Die Methode:  kommunizieren, informieren, diskutieren, gegebenenfalls auch mal streiten. Sachorientiert, in anständigem  Ton und zum Wohl der Gemeinschaft. Ziel sei  das kreative Potenzial, das Wissen und die Kenntnisse der Bürgerinnen und Bürger, das Knowhow in Gremien und Ausschüssen  zu nützen und einzubinden.

Kugel wörtlich: „Als Bürgermeisterin interessiert mich natürlich, wo unser ungenutztes Potential liegt und unter welchen Voraussetzungen das kreative Potential von Gemeinderäten, Mitarbeitern und Bürgern geweckt werden kann.“

 Und so beschrieb die Bürgermeisterin anhand der Prädikate markant, charmant und brillant den Status Quo der Gemeinde aus ihrer Sicht.  Meckenbeuren sei markant aufgrund der Lage. Große Fläche, große und kleine Siedlungsstellen, zerschnitten von Verkehrsadern und der Schussen sowie eingebettet in eine erhaltenswerte Natur. Knackpunkte seien der Verkehr, vor allem die B 30 neu, Fluch und Segen der Flughafen auf dem Gemeindegelände. Die Mobilität erfordere Entwicklung mit Maß an den wichtigen Stellen.  Genauer die Schaffung von Wohnraum und die Ausweisung neuer Gewerbegebiete.

Die Bürgermeisterin betonte besonders die Zusammengehörigkeit und Eigenständigkeit der Ortsteile, die Identität stiften und Heimat bieten. Soziale Qualität entstehe da, wo sich die Menschen kennen.

 Zur B 30 neu wurde die Bürgermeisterin deutlich: Die Osttrasse scheint vom Bundesministerium gesetzt und dagegen zu arbeiten, hieße das gesamte Projekt zu gefährden: „Auch wenn dieses Ergebnis für viele immer noch unglaublich erscheint, Widerwillen und Ohnmacht auslöst, so kommen wir nur weiter, wenn wir die Vernunft regieren lassen und konstruktiv signalisieren, dass wir uns jetzt in die weiteren Planungsstufen der Ost-Variante einmischen.“ Die Gefahr wäre sonst groß, dass unsere Region leer ausgeht.

 Charmant findet die Bürgermeisterin die schönen Schlösser in Liebenau und Brochenzell, den liebevoll renovierten und pfiffigen Kulturschuppen, um den die Gemeinde viele beneiden würden. Mehr als vorzeigbar sei die vorgehaltene Bildungslandschaft. Meckenbeuren sei ein toller Ort mit vielen Aussichtspunkten, mit hoher Lebens- und Freizeitqualität in Bodenseenähe.

 Brillant schließlich seien die Menschen in Meckenbeuren mit ihrem kreativen Potenzial, Ihrer Schaffenskraft und ihrer Lust Feste zu feiern und Heimatgefühl zu vermitteln. „Wir haben überdurchschnittlich viele sozial aktive und verantwortungsbewusste Menschen in unseren Kirchen und Vereinen, wir haben eine breit aufgestellte und tatkräftige Feuerwehr, einen Polizeiposten vor Ort, der im Gemeinwesen Vertrauen genießt und unglaublich vielen Menschen hilft und Sicherheit gibt.“

Kugel plädierte dafür, die besonderen Leistungen des Einzelhandels mehr zu schätzen und durch das eigene Kaufverhalten diese Einstellung auch in die Tat umzusetzen. Die Bürgermeisterin weiter: „Besonders geglänzt haben 2018 unsere vier jungen Preisträger der Musikschule, die vom Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit hervorragenden Ergebnissen nach Hause gekommen sind. Ebenso der Spielmannszug der Feuerwehr, der bei einem überregionalen Wertungsspiel „Gold“ geholt hatte und die Sternsinger, die eine Spendensumme von über 25000 Euro eingesammelt haben.“

 Für die nähere und fernere Zukunft hat Elisabeth Kugel noch eine Menge vor:

1. Weiterer Aufbau der Jugendbeteiligung. Demokratie muss gelernt und erfahren werden, um wehrhaft zu bleiben gegen problematische Trends.

2.     Ein Seniorenrat als Vertreter der älteren Generation wäre eine notwendige und sinnvolle Ergänzung.

3.     Die Übernahme eines Ehrenamts sollte der Normalfall werden. Viel Beifall gab es für ihren Satz: „Mein Traum  ist, dass es in Zukunft keinen Meckenbeurer gibt, der nicht mindestens ein Ehrenamt wahrnimmt, ob punktuell oder dauerhaft.“

4.     Vernetzung ist ein Thema bei den sozialen Unterstützungsleistungen. Ehrenamtliches und professionales Engagement sollte besser abgestimmt werden und Hand in Hand gehen.

5.     Vereine mit vergleichbaren Schwerpunkten sollten ihr Spektrum erweitern und vertiefen durch Aufgabenteilung und Spezialisierung.

6.     Zur Intensivierung der Integration von Zugezogenen schlägt die Bürgermeisterin einen Neubürgerempfang vor.

7.     Ihre Wunschprojekte sind:

Die Schussen als Erlebnisraum, mit  Badestelle und Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Generationen im Grünen.

Eine Ortsmitte mit Aufenthaltsqualität, verkehrsberuhigt, als Unterstützung für unseren Einzelhandel. Kurz ein Zentrum mit kreativen Möglichkeiten für Gastronomie, Kultur, für Jung und Alt.

 

Jahresrückblick  

Der Rückblick auf 2018 konnte dieses Jahr kurz gehalten werden, weil die Gemeinde rechtzeitig zum Bürgerempfang ihren brandneuen Jahresrückblick an alle Haushalte verteilen ließ. Dafür gab es ein persönliches Fazit der Bürgermeisterin zum Jahr 2018. „ Mein wichtigster Eindruck ist, dass unser Meckenbeuren lebendiger geworden ist und auf eine neue Art Verbindung sucht und Zusammenhalt lebt. Ich spüre ein hohes Interesse der Bürgerschaft an der Lokalpolitik, die Bürgerinformationen waren gut besucht und allesamt lohnend, strittige Themen werden dabei nicht ausgespart, wir lernen voneinander.“

 Kugel machte deutlich, dass eine offensive Bürgerkommunikation an der richtigen Stelle die Grundlage sei für ein spannendes und fruchtbares Miteinander. „Ich werde deshalb die Kommunikationsstrukturen in der Verwaltung, zum Gemeinderat hin und vor allem zur Bürgerschaft weiter zielgerichtet ausbauen und optimieren.“ Wir dürfen nicht vergessen, für wen wir das Ganze machen und sind aufgefordert für einen guten Informationsfluss zu sorgen und dabei alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen.“

 

Bürgerbeteiligung sei für Sie eine innere Haltung des Respekts vor den Bürgerinnen und Bürgern und im Grunde eine Selbstverständlichkeit. Bürgerbeteiligung in der Kommunalpolitik muss zielgerichtet und lösungsorientiert auf die einzelnen Sachfragen ausgerichtet und angewendet werden. Dazu brauche es in jedem Einzelfall klare Ziele, eine individuelle Konzeption, spezielle Aktivitäten und Entscheidungen mit Augenmaß.

 

Ausblick auf 2019:

Unsere Prioritäten-Liste für die Entwicklung von Bebauungsplänen und Baugebieten haben wir Ende des vergangenen Jahres im Gemeinderat festgelegt. Diese Prioritätenliste erschien Mitte Januar in den Gemeindenachrichten. An dieser Stelle nur die wichtigsten Projekte.

1. Zentrales Thema ist die  Fortschreibung des Flächennutzungsplanes für das gesamte Gemeindegebiet.

2. Für den Neubau einer Anschlussunterbringung im Hibiskusweg stehen noch wichtige Weichenstellungen und Entscheidungen an. Vor allem die Frage muss beantwortet werden: Welche Bauart sichert der Gemeinde eine nachhaltige Nutzung.

3. Die Verwaltung plant eine neue Kindertageseinrichtung im Jasminweg in Kombination mit bezahlbarem Wohnraum.

4. Die Sporthalle bei der Albrecht-Dürer-Schule wird voraussichtlich im Mai eingeweiht.

 Nach einem Hinweis auf die Bedeutung der Kommunal- und Europawahl am Sonntag, 26.05.2019 und dem Dank an Verwaltung, Gemeinderat, Bürgermeisterkollegen, den Sängerinnen, ihrem Stellvertreter und allen Helferinnen und Helfern beendete die Bürgermeistermeisterin mit dem Hessegedicht „Stufen“ den offiziellen Teil und leitete über zu einem Begegnungsabend, der bis in die Nacht ging. 

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