Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung
Das Thema Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in den nächsten Jahren zu einem Schwerpunkt kommunaler Aufgabenerfüllung und wird uns vor große Herausforderungen stellen, informiert Bürgermeister Roland Weiß.
Auf Grund der gesetzlichen Vorgaben und des bestehenden Rechtsanspruches für dreijährige Kinder seien die Kindergartenplätze nach den örtlichen Bedürfnissen zu planen. Grundlage dafür stelle der so genannte Kindergartenbedarfsplan dar, der in diesem Jahr bereits zum dritten Mal fortgeschrieben werde.
Durch den bedarfsorientierten Ausbau der Betreuungsplätze soll ab dem Kindergartenjahr 2013/2014 für jedes dritte Kind unter 3 Jahren ein Tagesbetreuungsplatz zur Verfügung stehen. Ab 2013 soll für Kinder ab dem ersten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz eingeführt werden. Dieser Bedarf kann jedoch örtlich sehr unterschiedlich sein, weshalb er einrichtungsbezogen zu ermitteln und der Planung zugrunde zu legen ist. Schwerpunkt der künftigen Jahre wird daher die Schaffung von Tagesbetreuungsplätzen für Kinder bis zum 3. Lebensjahr sein.
Unabhängig von dieser gesetzlichen Vorgaben erhebt die Kämmerei gemeinsam mit dem Einwohnermeldeamt seit mehr als zwanzig Jahren vierteljährlich die aktuellen Zahlen der bis zu 6-jährigen Kinder und errechnet so die Bedarfszahlen für die vier gemeindeeigenen und zwei kirchlichen Kindergärten.
Derzeit liegt Meckenbeuren mit über 16 v.H. (einschließlich der privaten Kinderkrippe „Zwergenstüble“ und der Spielgruppen im Familientreff) gut im Soll. Der Durchschnitt der westlichen Bundesländer lag 2007 bei einer Quote von 9,9 v.H.
Aus heutiger Sicht und einer Hochrechnung bis 2013 wären bei einer angestrebten Versorgungsquote von 34 v.H. für ein- und zweijährige Kinder ca. 80 Plätze vorzuhalten. Abzüglich der bereits bestehenden 16 Plätze in den Kindergärten (ohne die private Einrichtung „Zwergenstüble“ und ohne die Spielgruppen im Familientreff) müssten somit 64 Krippenplätze neu geschaffen werden, informiert Hauptamtsleiter Alfred Rupp. „Die Kosten für die Gemeinde werden sich in den nächsten Jahren voraussichtlich verdoppeln“, zitiert Alfred Rupp die Prognose des Gemeindetags Baden-Württemberg. Der Personalschlüssel müsse um 0,3 pro Gruppe angehoben werden, was sechs neue Stellen bedeute.
Eine Konzeption hierfür wird in Abstimmung mit der Kindergartenfachberatung gemeinsam mit dem Landesverband erarbeitet.
Dabei ist zu beachten, dass ein- und zweijährige Kinder nicht einfach anstelle von Kindergartenkindern in den Gruppen betreut werden können. Auf Grund des größeren Betreuungsaufwands (bisher werden zwei Kindergartenplätze für die Betreuung eines zweijährigen Kindes gerechnet) sollen sie in eigenen Gruppen betreut werden, was räumlich nicht in jeder Kindertageseinrichtung möglich ist.
Angebote und Betreuungsplätze für 0 bis 3-jährige Kinder gibt es in der Gemeinde Meckenbeuren derzeit über die Kleinkindgruppen für 2-jährige Kinder in den gemeindlichen Kindergärten Lochbrücke, Liebenau und dem Kinderhaus, den betreuten Spielgruppen im Familientreff, der Tagesmütter-Vermittlungsstelle und der privaten Einrichtung „Zwergenstüble“.
Bei einer Gegenstimme stimmt der Verwaltungsausschuss der Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplan für das Kindergartenjahr 2008/2009 zu.
Ferienbetreuung für Grundschüler
Im Dezember vergangenen Jahres wurde von der Gemeinde eine Bedarfsermittlung zur Ferienbetreuung für Grundschüler durchgeführt. Für 23 Schüler wurde ein Bedarf angemeldet. Beim konkreten Anmeldeverfahren im Februar 2008 wurden dann allerdings nur sechs Kinder angemeldet. Da der organisatorische, personelle und finanzielle Aufwand für die Ferienbetreuung einer so kleinen Gruppe nicht vertretbar erschien, wurde von der Verwaltung eine Kooperation mit der St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau geprüft. Die Stiftung Liebenau führt zusammen mit dem BDKJ, der Caritas und dem Bildungszentrum St. Konrad schon bereits seit einigen Jahren eine Ferienbetreuung durch.
Die Stiftung Liebenau bietet der Gemeinde zehn garantierte Plätze für insgesamt fünf Wochen Ferien (Oster-, Pfings-, Sommer-, Herbstferien) an. Sollte der Bedarf höher sein, hänge die Aufnahme von den freien Kapazitäten ab, informiert Hauptamtsleiter Alfred Rupp über das Angebot der Stiftung Liebenau.
Einigkeit herrschte bei den Ausschussmitgliedern darüber, dass die Ferienbetreuung für Grundschüler nach Möglichkeit in Kooperation mit der Stiftung Liebenau erfolgen und nach den Sommerferien eine weitere Bedarfserhebung erfolgen soll. Sollte die Nachfrage nach einer Ferienbettreuung dann deutlich über dem Kapazitätsangebot der Stiftung liegen, müsse eine eigene Ferienbetreuung organisiert werden.
Zur Ferienbetreuung für Kindergartenkinder informiert die Verwaltung, dass bereits in diesem Jahr in den Sommerferien für ca. 30 Kinder eine Ferienbetreuung im Kinderhaus in Buch stattfindet.
Ganztagesbetreuung an Grundschulen
Bereits seit September 2000 werden im Rahmen der „Verlässlichen Grundschule“ bei Bedarf Kinder in der Frühbetreuung ab 7.30 Uhr und Spätbetreuung bis 13.00 Uhr an den Schulen betreut. Bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel und die zunehmende Berufstätigkeit beider Elternteile sowie durch die Zunahme von Alleinerziehenden ist ein wachsender Bedarf für eine umfassende Betreuungsleistung an Schulen erkennbar. Nach den Sommerferien soll deshalb eine Ganztagesbetreuung mit Pilotcharakter an der Eugen-Bolz-Grundschule in Brochenzell umgesetzt werden. Sie beinhaltet die Frühbetreuung ab 7.30 Uhr, Mittagessen und Hausaufgaben-Betreuung bis 14.45 Uhr. Weitere Angebote bis
16 Uhr sollen folgen. Zentrale Bedeutung kommt organisatorisch dem Mittagessen zu, informiert Kämmerer Simon Vallaster. Die Gemeinde kann hierfür keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, wird aber über eine Vereinbarung mit der Kirchengemeinde das Gemeindehaus St. Jakobus hierfür nutzen. „Derzeit prüfen wir verschiedene Angebote für das Mittagessen“, informierte Vallaster. Bisher seien vier Euro je Essen kalkuliert, was aber relativ hoch angesetzt sei. Die Kosten pro Monat seien für Raummiete, Mittagessen und Personal mit 1.280 Euro veranschlagt, wobei rund 1.150 Euro durch die Eltern gegenfinanziert werden sollen.
Wichtig war den Ausschussmitgliedern in Sachen Mittagessen, die Qualität und auch der Kostenrahmen. Der Preis dürfe nicht zu hoch angesetzt werden, da finanziell schlechter gestellte Familien sonst dieses Angebot nicht nutzen könnten.
Einstimmig befürwortet der Verwaltungsausschuss die geplante Konzeption für die Ganztagesbetreuung an der Eugen-Bolz-Grundschule und die Umsetzung ab dem Schuljahr 2008/2009 sowie die schrittweise Einbindung aller in der Trägerschaft der Gemeinde befindlichen Schulen.
Musikschule Meckenbeuren
Vom Gemeinderat wurde 2004 die Deckelung des Abmangels der Musikschule auf 170.000 Euro festgelegt bei 260 Jahreswochenstunden. Aufgrund der Kostenentwicklung, insbesondere bei den Personalkosten, ist dieser Abmangel nicht mehr zu halten. Nach der Kalkulation für das Jahr 2008 ist mit einem Abmangel von 212.000 Euro zu rechnen. Die Anzahl der Schüler von ca. 470 und die Jahreswochenstunden von ca. 240 haben sich nicht wesentlich verändert.
Einstimmig befürworten die Ausschussmitglieder den Vorschlag der Verwaltung und empfiehlt dem Gemeinderat, die Deckelung des Abmangels aufzuheben. Die Jahreswochenstunden sollen bei maximal 260 beibehalten und an der Qualität und den Standards der Musikschule sollen keine Abstriche gemacht werden.
Nutzungskonzept für den Betrieb des Kulturschuppens am Gleis 1
Einen Entwurf für das Nutzungskonzept und den Betrieb des Kulturschuppens am Gleis 1 haben der Vorsitzende des Fördervereins Kultur am Gleis 1 Rudi Göggerle und Bernhard Morgenstern im Verwaltungsausschuss vorgelegt. Dieses sieht vor, sozusagen als Probelauf in den ersten zwei Jahren die Verantwortung beim Vorstand des Fördervereins zu belassen. Die Kontaktstelle bei der Gemeindeverwaltung wird das Liegenschaftsamt sein, das auch die Belegungspläne und Termine für die Veranstaltungsräume und Vereine koordiniert. Ein Budgetrahmen wird vorgegeben. Dieser beinhaltet aber nicht die Betriebs- und Unterhaltungskosten, stellt Bürgermeister Roland Weiß klar.
Die Programmgestaltung erfolge in Abstimmung mit dem Kulturkreis Meckenbeuren, informiert Bernhard Morgenstern, wobei die örtlichen Vereine Vorrang haben sollen. Dem stimmte auch Bürgermeister Weiß zu. Örtliche Vereine und deren Mitglieder hätten sich mehr als ein Jahrezehnt für den Kulturschuppen engagiert und sollen nun auch die Gelegenheit haben, den Kulturschuppen nutzen zu können. An zweiter Stelle stünden aus seiner Sicht dann jene Veranstalter, die bereits im Kulturschuppen aufgetreten sind und aufgrund der provisorischen Raumbedingungen Abstriche machen mussten. Daneben stünde der sanierte Schuppen für den Kulturkreis und freie Veranstalter zur Verfügung, sind sich Bürgermeister Weiß und die Ratsmitglieder einig.
Erstellt von Chr. Ehmann am 30.05.2002
Meckenbeuren
Theodor-Heuss-Platz 1
88074 Meckenbeuren
T 07542/403-0
F 07542/403-100
rathaus@
meckenbeuren.de
Alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Viele Behördengänge online, bequem von zu Hause aus erledigen! mehr
Die aktuellen Gemeinde-Nachrichten als Download mehr