Aus der Sitzung des Verwaltungsausschusses

Bericht des Jugendreferats

Einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld und die Jugendarbeit in der Gemeinde gaben die Jugendbeauftragten Elisabeth Kugel, Manuela Mayer und Stefan Janezic in der vergangenen Sitzung. Das Augenmerk vom Jugendreferat liege insbesondere auf der präventiven Arbeit, so die Jugendbeauftragten.

Neben der offenen Jugendarbeit und Gemeinwesenarbeit liegen die Schwerpunkte bei der Schulsozialarbeit. Hier deckt der Leiter des Jugendreferats Ralf Schwaiger die Schulsozialarbeit an der Werkrealschule ab, während Elisabeth Kugel und Manuela Mayer für die Schulsozialarbeit an den Grundschule Meckenbeuren und Langentrog bzw. Brochenzell und Kehlen die Ansprechpartnerinnen sind. Neben der Beratung und Einzelhilfe leisten die Schulsozialarbeiter soziale Gruppenarbeit, Konfliktberatung, fachliche Vernetzung oder begleiten schulische Projekte und Veranstaltungen. An den Grundschulen steht die kindbezogene Arbeit im Vordergrund. Daneben erfolgt die Elternarbeit mit Beratung und Vermittlung geeigneter Hilfen sowie eine enge Zusammenarbeit mit Lehrern und Fachberatungsstellen.

Die offene Jugendarbeit umfasst insbesondere die Arbeit mit Jugendlichen im Jugendcafé, das an vier Tagen die Woche geöffnet hat und ein Treffpunkt für Jugendliche ab 13 Jahren darstellt. Neben der gemeinsamen Freizeitgestaltung, Beratungsgesprächen oder Beziehungsarbeit bieten die Jugendbeauftragten gemeinsame Aktivitäten an wie Ausflüge, Erlebnispädagogik, Bewerbungstrainings und ähnliches. In Vertretung für Ralf Schwaiger freut sich Elisabeth Kugel insbesondere über die Verstärkung und Verjüngung des Teams durch Manuela Mayer und Stefan Janezic. Stefan Janezic hat beispielsweise ein Profil des Jugendcafés auf Facebook erstellt und insgesamt zu den Jugendlichen im Jugendcafé sehr gute Kontakte aufgebaut..

Unterstützt werden die hauptamtlichen Jugendbeauftragten von den Ehrenamtlichen Claudia Block, Silvia Klein und Roberto Santoro. Der Jugendhilfetreff „Get free“ bietet jeden Donnerstagabend ein Beratungsangebot bei Suchtproblemen, der Jugendgerichtshilfe, finanziellen oder familiären Problemen oder unterstützt mit Bewerbungstrainings für Jungendliche. Ein gemeinsamer Lauftreff wurde ebenso organisiert wie gemeinsames kochen und essen. Der Jugendhilfetreff „Get free“ erhält auch fachliche Unterstützung von Mitarbeitern des Landratsamtes sowie dem Sozialarbeiter der Gemeinde Rolf Mayer und weiteren Fachpersonen.

„Aktuell und zukunftsgerichtet“, lobt Bürgermeister Schmid die Arbeit des Jugendreferats. Auf Anregung des Bürgermeisters soll über einen „Runden Tisch“ mit allen in der Jugendarbeit Tätigen noch stärker kooperiert werden, auch zum Thema Bahnhofsplatz und Freizeitanlage Ried.

 

Bericht des Sozialreferats

Ebenfalls Einblick in sein Tätigkeitsfeld gab Sozialarbeiter Rolf Mayer und konkretisierte dies anhand des Themenbeispiels „Wohnungslosigkeit“.

Die Problematik der Wohnungslosigkeit, insbesondere von unter 25-Jährigen, sei nicht allein an Arbeitslosigkeit gekoppelt. Als Gründe für drohende Wohnungslosigkeit nannte Mayer Mietrückstände, Familienkonflikte, Gewaltschutz, Trennung/Scheidung und andere Konflikte. Besonders auffällig bei drohender Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen seien vor allem psychische Problemlagen, aber auch Alkohol oder Drogen sowie die erschreckend hohe Zahl der „Wiederholungstäter“.

Als Gründe für „Wiederholungstäter“ bei unter 25-Jährigen führte Mayer vor allem den Abbruch von Maßnahmen in betreuten Obdachloseneinrichtungen an, sowie die Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt oder Reha-Maßnahmen.

Bei diesem Personenkreis würde intensiv daran gearbeitet diese wieder in die bereits begonnenen Maßnahmen zurückzuführen oder an diese anzuknüpfen. Hier seien im Jahr 2009/2010 zehn männliche und fünf weibliche Personen zu betreuen gewesen, elf davon allerdings ohne Sozialisation in Meckenbeuren.

Rolf Mayer erläuterte die Einzelheiten und konkreten Fallzahlen zur „Wohnungsnotfallhilfe“ und verwies insbesondere auf neue erfolgreiche Maßnahmen wie Unterstützungsvereinbarungen und Treuhandkonten. Als Maßnahmen zum Wohnungserhalt nannte Mayer vor allem die Konfliktvermittlung, die eine zentrale Rolle spiele, wenn eine Perspektive aufgezeigt werden könne. Die frühzeitige Kenntnis drohender Wohnungslosigkeit sei natürlich eine wichtige Voraussetzung für den Sozialarbeiter, um geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Als Ergebnisse der Interventionen durch das Sozialreferat steht an erster Stelle der Wohnungserhalt, gefolgt von „Fremd“-unterbringung wie betreute Wohnformen oder Einweisung. Eine große Zahl von gefährdeten Wohnungslosen wohne als Übergangslösung bei Freunden und Verwandten, so dass eine Notunterbringung meist unwahrscheinlich sei.

Froh zeigte sich der Sozialarbeiter darüber, dass es in den wenigsten Fällen zu einer Obdachloseneinweisung als letztem Mittel komme, sondern andere Interventionsmaßnahmen wie Konfliktvermittlung oder Zwischenlösungen greifen.

Hauptamtsleiter Alfred Rupp informierte, dass die Gemeinde verpflichtet sei Obdachlose unterzubringen und hierfür Obdachlosenunterkünfte vorhalten müsse. Seit der Einrichtung des Sozialreferats mit Rolf Mayer an der Spitze musste die Gemeinde keine Obdachlosenunterkünfte mehr anmieten um entsprechenden Raum vorzuhalten, lobte der Hauptamtsleiter die hervorragende Arbeit von Rolf Mayer. Auch Bürgermeister Schmid war der Ansicht, dass die Gemeinde Hilfestellung geben und eine Balance finden müsse, um potentiell Gefährdete zu fördern und zu fordern.

 

 

 

 

 

 


Erstellt von Chr. Ehmann am 11.11.2010

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