Aktionstag E-Mobilität weckt großes Interesse

Mit dem „Aktionstag E-Mobilität“ und der Eröffnung des Bike-Towers hat die Gemeinde Meckenbeuren  auf sich aufmerksam gemacht.Im Rahmen einer Doppelveranstaltung am Samstag in Meckenbeuren und am Sonntag in Bad Schussenried stand der lanesweite Energietag unter dem Motto "Zukunft erleben". Bürgermeister Andreas Schmid sowie die Vertreter aus den umliegenden Städten und Gemeinden, dem Netzwerk Oberschwaben, der Energieagentur und des ADFC machten sich nach der Präsentation der ersten Akku-Ladestation in Friedrichshafen auf und radelten per E-Bike zum Mobilitätstag in die Schussengemeinde. Auf dem ganzen Bahnhofsgelände konnten die Besucher verschiedene E-Bikes, Pedelecs und Scooter ausprobieren und an den Ständen gab es Einblick und Informationen zu Technik, Antriebssysteme und Akku-Konzepte. 

„Intelligente Mobilität kann nur im Netzwerk gedacht und umgesetzt werden“, begrüßte Bürgermeister Schmid die Gäste in Meckenbeuren. „Wir präsentieren heute ein Zwischenergebnis, denn das E-Bike stellt ein großes Zwischenplateau dar auf dem Weg zum Elektro-Automobil“, so Schmid. Elektromobilität kann nur im Netzwerk von Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft umgesetzt und befördert werden, waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde Landrat Lothar Wölfle, Friedrichshafens Bürgermeister Dr. Stefan Köhler, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brath von der Dualen Hochschule Ravensburg, Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur, Stefan Huber vom ADFC Bodenseekreis und Bernd Reutemann von E-Bike-Mobility mit Bürgermeister Andreas Schmid einig. Die Bürger entscheiden zwar inwieweit die Elektromobilität beim Automobilverkehr angenommen wird, Rückenwind muss aber vom Land und Bund erfolgen durch begleitende Maßnahmen und entsprechende Förderprogramme. „Das Beispiel und Pilotprojekt Vlotte in Vorarlberg kann auch bei uns gelingen“, ist Dr. Köhler überzeugt.  „Die Elektromobilität ist eine Chance für den Öffentlichen Personennahverkehr“, sagte Landrat Lothar Wölfle. „Wenn diese Vernetzung gelingt dann ist auch die Akzeptanz in der Bevölkerung da“.

Das Problem der Reichweite von Elektromobilen kann nur durch eine intelligente Vernetzung von Systemen erfolgen. „Wenn dieser Nachteil beseitigt wird, dann wird sich die Akzeptanz erhöhen“,  waren sich die Beteiligten einig.

„Eine Stärkung der Elektromobilität bedeutet auch eine Stärkung der Wirtschaft im Landkreis,“ sagte Wölfle und zollte der Gemeinde Meckenbeuren, die mit dem Bike-Tower ein Zeichen gesetzt hat, großen Respekt. „Meckenbeuren hat das Potential, Fahrrad-Stadt zu werden“, verwies Stefan Huber vom ADFC auf das gut ausgebaute Radwegenetz.. Das System sollte noch mehr publik gemacht und Hemmnisse abgebaut werden. „Bei steigenden Energiepreisen wird der Umstieg aufs Fahrrad dann reizvoll“, so Huber. Über die Forschung und Technik zum Thema E-Mobilität sowie den Ausbau der Infrastruktureinrichtungen im Tourismusbereich informierte Prof. Brath von der Dualen Hochschule Ravensburg und Bernd Reutemann von E-Bike-Mobility gab Einblick, wie vor rund vier Jahren die Idee zu Ladestation und Bike-Tower entstanden ist. Die Gründer von E-Bike-Mobility Richard Dämpfle, Patrick Bartsch und er haben sich Fragen gestellt übers Laden von E-Bikes, Kosten und sicheres Parken. „Diese Fragen haben wir weitergesponnen, entwickelt und weitergedacht und in der Gemeinde haben wir einen mutigen Unterstützer gefunden“, dankte er Bürgermeister Schmid und dem Gemeinderat für die positive Entscheidung und gute Zusammenarbeit. „Durch Hartnäckigkeit wurde die Idee zur Realität, wir müssen sehen was die Zukunft bringt“, sagte Reutemann. Befragt zu den Visionen für das Jahr 2020 hofft Landrat Wölfle auf die Elektrifizierung der Südbahn, die Weiterentwicklung von Elektro-Autos, offene Systeme und viele Ladestationen sowie Walter Göppel den weiter fortgeschrittenen Ausbau erneuerbarerer Energien.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde gab Georg Schellinger von der Gemeindeverwaltung das Ergebnis der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ bekannt. „30 Mitarbeiter haben mitgemacht und sind von 1. Juli bis 31. August an 900 Tagen zur Arbeit und zurück geradelt. Dabei kamen 4408 Kilometer zusammen“, informierte Schellinger und lies für jede 50 Kilometer einen Luftballon in den Himmel steigen. „Jede dieser Fahrten entlastet die Ortsdurchfahrt Meckenbeurens und vermeidet Abgase“. Bei der anschließenden Eröffnung des Bike-Towers dankten Bürgermeister Andreas Schmid und Bernd Reutemann den Sponsoren Möbel Block, Saikls, Ecko, E-Bike-Mobility und dem Regionalwerk Bodensee für die Unterstützung. „Wir sind stolz, den ersten Bike-Tower hier in Meckenbeuren zu haben“, sagte Bürgermeister Schmid. Die Auszeichnung der Firma E-Bike-Mobility mit dem Eurobike „Green Award“ für Nachhaltigkeit, Stärkung und Verbesserung des Fahrradverkehrs zeigt, dass der Bike-Tower als erste Fahrradgarage dieser Form ein Schritt in die richtige Richtung war. „Für alle Arten von Fahrrädern, für Pendler und Touristen steht der Bike-Tower zur Verfügung und vereint viele Disziplinen wie Laden und sicheres Parken“, dankte Bernd Reutemann allen, die dieses Projekt unterstützt und vorangebracht haben verbunden mit der Bitte an die Bürger: „Nutzen sie es“. 

Info: Um die Handhabung und Nutzung des Bike-Towers unter fachmännischer Begleitung testen zu können findet von Montag, 26.09. bis Freitag, 30.09.2011 eine Bürgerwoche statt. Interessierte können in dieser Woche von 7 bis 17 Uhr kostenfrei den Bike-Tower nutzen und ausprobieren.


Erstellt von Chr. Ehmann am 25.09.2011

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