
Das Ravensburger Spieleland erfreut Kinder aus Tschernobyl
Auch in diesem Jahr durfte wieder eine Gruppe leukämiekranker Kinder aus Gomel einen vergnüglichen Tag im Freizeitpark Ravensburger Spieleland verbringen. 26 Buben und Mädchen waren es in diesem Jahr mit vier Betreuern, die während einer 4-wöchigen Ferienfreizeit in Dornbirn einen Abstecher nach Meckenbeuren ins Spieleland machen durften. Die jährlichen Besuche nahmen ihren Anfang auf Initiative von Bürgermeister a. D. Roland Weiß, der einen persönlichen Kontakt zu Rupert Geiger aus Tisis/Tosters (Feldkirch) pflegt. Beim 75-jährigen Jubiläum des Musikvereins Meckenbeuren im Jahr 1998 wurde die Idee für einen Ausflug ins Ravensburger Spieleland für die leukämiekranken Kinder geboren. Seitdem finden die jährlichen Besuche der 8 – 14-jährigen Kinder statt, mache von ihnen dürfen bereits das zweite oder dritte Mal mitkommen. Das Ravensburger Spieleland übernimmt die Kosten für den Eintritt, die Gemeinde die Kosten für das Essen und die Feldkircher Stiftung „Tirol hilft Kindern aus Tschernobyl" die Fahrtkosten. Spieleland-Pressesprecherin Stefanie Stiefenhofer begrüßte die Gäste im Ravensburger Spieleland und freute sich gemeinsam mit ihnen über das ideale Wetter und wünschte allen einen tollen Aufenthalt.
Auch 24 Jahre nach dem verheerenden Reaktorunfall in Tschernobyl leiden die Kinder in Weißrussland an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung. „Sie sind noch nicht krank, haben aber viel zu viel Cäsium 137 in ihrem Körper und sind daher geschwächt", weiß der Arzt Ludwig Knabl. Seit 1997 verbringen jährlich rund 20 bis 30 Kinder aus Gomel einen 4-wöchigen Erholungsaufenthalt im Dornbirner Ferienheim Maien in Schwarzenberg. In Gomel, das etwa 100 Kilometer von Tschernobyl entfernt liegt, ist seit der Reaktorkatastrophe so gut wie alles verstrahlt. „600 Einwohner zählt Gomel, mehr als das halbe Dorf war schon bei einem Erholungsaufenthalt in Maien", erzählt Martha Lang vom Ferienheim Maien. Durch die gute Nahrung, die unverstrahlte Umgebung und entsprechende Medikamente wird innerhalb von wenigen Wochen ein Großteil des Cäsium 137, das die Kinder im Laufe der Jahre angesammelt und in ihren Körpern speichern, abgebaut, ausgeschieden und ihr Immunsystem gestärkt.
„Leukämie belastet alle diese Kinder, die zu uns kommen", erklärt Martha Lang. „Bei dem Jüngsten, der in diesem Jahr dabei ist, einem achtjährigen Jungen liegt die Belastung doppelt so hoch wie der Grenzwert". Die Menschen dort leben hauptsächlich vom Ertrag ihres Gartens, der Tierhaltung oder von Pilzen und Beeren im Wald. Die Gegend ist immer noch sehr stark strahlenbelastet und viele Kinder leiden am schwachen Immunsystem und sind oft krank. „Manchmal ist die Schule für Tage geschlossen, da zu viele Kinder geschwächt und krank sind, um die Schule zu besuchen", erzählt Martha Lang.
„Ein Mädchen, das bereits im letzten Jahr dabei war ist aufgrund ihrer Leukämieerkrankung keinen Zentimeter gewachsen", sagt Rupert Geiger, der die Initiative des bereits verstorbenen Prof. Blum in Feldkirch weiterführt. „In diesem Jahr hatte die Gruppe auch noch Pech bei der Anfahrt und war insgesamt 54 Stunden unterwegs. Neben einer fünfstündigen Wartezeit an der polnischen Grenze machte ihnen auch noch ein Schaden am Reisebus zu schaffen.
Umso mehr freuten sich die Buben und Mädchen über den erlebnisreichen Tag im Ravensburger Spieleland. Zum Abschluss machten sie noch einen Abstecher in die Hopfenstube Biegger nach Schwarzenbach, wo sie alle noch frische Erdbeeren für die Heimfahrt erhielten.
Erstellt von Chr. Ehmann am 21.06.2011
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