„Klimabewusste Ernährung“

Erfreulich große Resonanz hat die Veranstaltung zum Thema „Klimabewusste Ernährung“ erfahren. Für das Organisationsteam aus Katholischem Frauenbund, evangelischer Kirchengemeinde und Lokaler Agenda 21 konnte Gabi Ilg die aus München angereiste Referentin Nicole Maroscheck sowie über 60 interessierte Besucher im Gemeindehaus St. Maria begrüßen.

„Den Anstoß, einen Vortrag zur „Klimabewussten Ernährung“ anzubieten, gab sowohl das Programm des Frauenbundes wie auch der seit einem Jahr gut etablierte „Ein-Welt-Stand“ auf dem Meckenbeurer Wochenmarkt“, informierte Gabi Ilg. Oft werde die Verantwortung für den Klimawandel einfach abgeschoben an Politik und Regierung. Dabei müsse sich doch jeder einzelne Verbraucher fragen, was er selbst tun könnte, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.

Aufschluss und umfangreiche Informationen hierzu gab Nicole Maroscheck vom Verbraucher Service Bundesverband im Katholischen Deuteschen Frauenbund. Neben den Fakten zum Klimawandel und dessen Zusammenhang zur Ernährung erläuterte sie eingehend die Bausteine einer klimabewussten Ernährung und appellierte an die Besucher, verantwortungsvolle Verbraucher zu sein.

Man müsse nicht unbedingt Vegetarier werden, um sich klimaschonend zu ernähren, dennoch sollte der Anteil tierischer Lebensmittel reduziert und stark fetthaltige Milchprodukte sparsam verwendet werden. „Insgesamt werden durch Viehhaltung 18 % aller Treibhausgase weltweit verursacht“, so Maroscheck. Große Importnachfrage von Fleisch wie beispielsweise argentinisches Rindfleisch führe dazu, dass große Flächen gerodet werden, um Platz für die Tierhaltung zu schaffen. Aus diesem Grund und auch um weite Transportwege zu vermeiden rät Maroscheck zum Kauf regionaler Produkte. „Besonders schädlich ist das Einfliegen von Lebensmitteln“, so Maroscheck. „Sparen Sie Treibhausgase durch den Kauf regionaler Produkte“. 

Beim Kauf von Importwaren aus Entwicklungsländern sollte auf Produkte aus dem fairen Handel geachtet werden. „Mehr Bio-Lebensmittel im Einkaufskorb helfen, die biologische Vielfalt zu bewahren und weniger Energie zu verbrauchen, weil die biologische Landwirtschaft im Vergleich zur konventionellen deutlich weniger Energie verbraucht und durch den Humusaufbau Kohlendioxid aus der Luft im Boden bindet“. informiert sie.

Da die Erzeugung von Obst und Gemüse in beheizten Treibhäusern oder in Folientunneln sehr klimabelastend ist, rät die Expertin zum jahreszeitlichen Angebot.

Auch viele Verarbeitungsschritte wie Tiefkühlen oder Erhitzen sind äußerst energieaufwendig und verursachen Treibhausgase. Durch den Einkauf frischer Zutaten und den Verzicht von Fertiggerichten könne dem entgegengewirkt werden.

Was viele Verbraucher bereits häufig praktizieren, sei der Griff nach umweltfreundlich verpackter Ware, das Vermeiden von Nahrungsmittelabfall und die energiesparende Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln. „Erledigen Sie ihren Eiinkauf wenn möglich zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmittel“, appelliert Maroscheck. „Das bringt Sie in Bewegung und hält Sie gesund“.

Nach einer kurzen, angeregten Diskussion endete der gelungene Abend mit einer Brotzeit mit selbst zubereiteten Brotaufstrichen, Äpfeln, Rohkost, Wasser und Apfelsaft aus Streuobstanbau.

 

 

 


Erstellt von Chr. Ehmann am 17.03.2010

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