
Ein überwältigendes Besucherinteresse hat die offizielle Amtseinsetzung und Vereidigung von Bürgermeister Andreas Schmid am Freitag, 8. Januar 2010 im Sitzungssaal des Meckenbeurer Rathauses erfahren. Andreas Schmid wurde am 25. Oktober 2009 im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Meckenbeuren gewählt und löst nach 24 Jahren seinen Vorgänger Roland Weiß ab, der im Frühjahr vergangenen Jahres seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt hatte.
Nach der musikalischen Eröffnung durch die Musikgruppe „Conny Reusch und friends“ hieß Bürgermeister-Stellvertreter Karl Gälle den neu gewählten Bürgermeister Andreas Schmid mit Ehefrau Eva Müllerschön und Tochter Larissa sowie seine ganze Familie auf das Herzlichste willkommen in Meckenbeuren.
Neben vielen Vertretern aus Politik, den Kirchen und Behörden konnte Karl Gälle namentlich den Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen, Landrat Lothar Wölfle sowie den Ravensburger Oberbürgermeister Herrmann Vogler und zahlreiche Bürgermeisterkollegen begrüßen.
Gerade mal einen Tag habe die Bürgermeister-Vakanzzeit gedauert, freute sich Karl Gälle über den schnellen und reibungslosen Stabwechsel. Roland Weiß war offiziell bis zum 2. Januar im Amt und bereits seit 4. Januar leitet Bürgermeister Andreas Schmid die Geschicke der Gemeinde. In rasantem Tempo habe sich die Gemeinde in den letzten Jahren entwickelt, so Gälle. Er verglich diese Entwicklung mit einem fahrenden Zug, auf den Andreas Schmid nun aufspringen und in unvermindertem Tempo weiterfahren dürfe. Insbesondere die Einrichtung der Realschule mit einem äußerst engen Zeitfenster wie auch viele weitere Aufgaben der Zukunft werden Andreas Schmid als neuen Bürgermeister der Gemeinde fordern. „Im wirklich guten Miteinander von Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat kann und wird es gelingen, die großen Aufgaben und Herausforderungen gut und zum Wohle unserer Gemeinde zu lösen“, zeigt sich Gälle zuversichtlich. Als größte Prämisse hierfür nannte er ein harmonisches und vertrauensvolles Miteinander, das er persönlich und auch im Namen aller Fraktionen und Mitglieder des Gemeinde- und Ortschaftsrates Andreas Schmid anbot. Verbunden mit den besten Wünschen zum Amtsantritt überreichte er ein Kunstwerk, ein von Künstler und Architekt Hubert Gaupp eigens für den neuen Schultes geschaffenes Bild.
Mit dem Schwur auf das Grundgesetz und die Verfassung wurde Andreas Schmid anschließend offiziell auf sein Amt als Bürgermeister verpflichtet. „Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Gemeinde Meckenbeuren gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern“, versprach Andreas Schmid.
„Im Wissen, dass wir es mit unseren Entscheidungen und unserem Handeln nicht jedem recht machen können“, nannte Andreas Schmid das verantwortungsvolle Handeln und Entscheiden als oberste Maxime für die gemeinsame Arbeit.
Andreas Schmid sprach die finanziell schwierige Zeit an, die weder für das neue Jahr noch für ihn eine optimale Startvoraussetzung darstelle. „Trotzdem müssen und können wir Wege finden, unsere Gemeinde weiterzuentwickeln“, so Schmid. Es gebe diese Wege, aber sie seien zum Teil etwas mühsam, unbequem und manchmal etwas länger. Von besonderer Bedeutung und als sehr reizvolle Herausforderung nannte er die neue Realschule wie auch die Gesamtsituation der Kindergärten und der Grundschulen und die Betreuung der unter dreijährigen Kinder.
Im Bereich Verkehr müsse eine gute Balance aus Mobilität und individuellem Wohlbefinden und Gesundheit gefunden werden. Zur ortsteilgeprägten Gemeinde solle gemeinsam darauf geachtet werden, dass die einzelnen Ortsteile ihre Identität erhalten, „denn diese machen Meckenbeuren aus“, so Schmid. „Gleichzeitig sollten wir aber sicherstellen, dass sich noch verstärkter eine gemeinsame Grundidee entwickelt, denn nur alle zusammen sind wir die Gemeinde Meckenbeuren“, betonte der neue Bürgermeister.
Die „Menschengemeinde Meckenbeuren“ verglich Andreas Schmid mit einem bunten Blumenstrauß, in dem Nichtdeutsche und Deutsche, behinderte Menschen und nichtbehinderte Menschen, Ältere und Jüngere, Kehlener, Brochenzeller, Meckenbeurer und Obere Bezirkler leben. „Was aber einen Strauß ausmacht ist, dass es eine Verbindung bzw. Nähe gibt, sonst passt er nicht in die Vase. An dieser Verbindung müssen wir ständig gemeinsam arbeiten“, hob Andreas Schmid hervor und lobte das vorbildliche Engagement der Vereine, der Feuerwehr und Rettungsdienste und der Kirchen.
In punkto Gewerbegemeinde gelte es, ansässige Betriebe und Unternehmen zu sichern, so Schmid. "Zusätzlich muss sicher gestellt werden, dass interessierte Unternehmen die Möglichkeit haben, sich in Meckenbeuren anzusiedeln".
Handlungsleitend für alle Entscheidungen nannte Schmid die Haushaltslage, die Nachhaltigkeit, die Vernetzung und Regionalität sowie das Profil der Gemeinde. „Meckenbeuren ist mittendrin, Meckenbeuren hat Potential“, sei sein Motto im Wahlkampf gewesen und diese Überzeugung habe sich in den letzten Wochen noch verstärkt, so Andreas Schmid. Er dankte seinem Vorgänger Roland Weiß, der 24 Jahre die Geschicke der Gemeinde Meckenbeuren aktiv gestaltet und die Basis gelegt habe, dass Neues entstehen könne.
Landrat Lothar Wölfle freut sich auf ein partnerschaftliches und gutes Miteinander mit Bürgermeister Andreas Schmid und heißt ihn im Bodenseekreis herzlich willkommen. Es sei spürbar geworden, dass der neue Schultes nicht nur körperlich, sondern auch geistig in Meckenbeuren angekommen sei.
Grüße aus Ravensburg und viel Lob für den ehemaligen Ravensburger Jugendreferenten überbrachte Oberbürgermeister Herrmann Vogler. „Herr Schmid, der bei der Jugend großes Vertrauen genossen hat und bei Gemeinderat und Verwaltung gleichermaßen geschätzt war, wird mit Sicherheit auch als Bürgermeister Erfolg haben“. Ravensburg sei stolz auf Andreas Schmid, der als Bürgermeister einer neuen Generation mit Visionen antrete und als Jugendreferent Fähigkeiten mitbringe, die auch ein Bürgermeister brauche. Das Thema Jugendarbeit sei auch für einen Bürgermeister Kernthema und mehr als Routine im Alltag. „In den nächsten Jahren müssen die Städte und Gemeinden noch mehr zusammenstehen“, bot Vogler weiterhin gute Zusammenarbeit an. Als Beispiele für die bisherige Zusammenarbeit nannte er die Bodensee-Oberschwaben-Bahn, den Interessenverband Südbahn und die Energieagentur mit einem tragfähigen, regionalen Energiekonzept.
Stellvertretend für alle Bürgermeisterkollegen und Zweckverbände bietet Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter eine offene, ehrliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit dem neuen Schultes der Nachbargemeinde an. Gemeinsam gelte es die Region weiter zu entwickeln und das „Kirchturmsdenken“ außen vor zu lassen.
In ökumenischer Verbundenheit freut sich Pfarrer Josef Scherer für die Kirchengemeinden auf ein vertrauensvolles und gutes Miteinander mit Andreas Schmid. Am Beispiel von König Salomo wünschte ihm Pfarrer Scherer, dass Gott ihm ein weises und gerechtes Herz gebe, um die Anliegen der Bürger richtig zu erkennen und wahrzunehmen was gut ist und danach zu entscheiden.
Für alle Vereine begrüßte Andrea Smigoc den neuen Bürgermeister mit „sportlich verpackten Grüßen“ auf das Herzlichste und gab den Anpfiff, der Ball komme ins Rollen und das Spiel beginne. In diesem Spiel sei Andras Schmid der Spielführer, der sein Ziel niemals aus den Augen verlieren dürfe und das Team zusammenhalten müsse. Für den Erfolg sei immer der Mannschaftsgeist erforderlich. „Der Ball ist rund und so sollte es auch in Meckenbeuren laufen“, gab sie dem neuen Schultes mit auf den Weg.
Max Jung sprach als geschäftsführender Schulleiter die Schullandschaft in der Gemeinde an. Mit vorbeugenden Maßnahmen müsse auf die Veränderungen und Bedürfnisse der Gesellschaft reagiert werden. „Wir Lehrer unterrichten nicht Fächer, sondern Schüler“, so Rektor Jung. „Die Jugend wird von der Gesellschaft immer kritisch betrachtet, geben wir der Jugend die Chance, Vorurteile zu widerlegen“. Es lohne sich, für die Jugend sehr viel Geld zu investieren, dies werde der gesamten Gesellschaft zum Nutzen sein, schloss Max Jung.
Marc Maas überbrachte die Grüße der Partnergemeinde Kehlen/Luxemburg sowie der entschuldigte Manfred Elsner auch Grüße aus Neustadt/Sachsen.
Das anschließende gesellige Beisammensein im benachbarten Foyer wurde von der Musikkapelle Kehlen unter Leitung von Wolfgang Schuler umrahmt.
Erstellt von Chr. Ehmann am 09.01.2010
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