
Menschen aus der Stiftung Liebenau haben am Donnerstag, 5. Mai mit einem Informationsstand beim Kim-Center in Meckenbeuren auf die Belange von Menschen mit Behinderung und dem Wunsch nach Teilhabe aufmerksam gemacht. Mit Plakaten und Thementafeln kamen sowohl die Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau, wie auch viele Menschen mit Behinderung mit den Bürgern der Gemeinde ins Gespräch.
„Menschen mit Behinderung arbeiten am besten in Behindertenwerkstätten!“ oder „Behinderte Menschen können entscheiden, wo und mit wem sie wohnen möchten“. Diese zum Teil provokante Thesen standen auf großformatigen Tafeln der Aktion Mensch. Die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich machte damit gemeinsam mit der Stiftung Liebenau anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam. Dieser Protesttag wird seit 1998 jährlich am 5. Mai begangen.
Unter dem Motto „Inklusion beginnt im Kopf“ sollen Barrieren im Kopf verschwinden. Inklusion bezeichnet die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung am gesellschaftlichen Leben von Anfang an. Die Besucher des Informationsstandes konnten Punkte verteilen und die jeweiligen Thesen individuell bewerten. Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe freute sich, diese Aktion an einem zentralen Ort in der Gemeinde durchführen zu können, um damit auf die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung deutlich zu machen. „Der Spannungsbogen des gleichberechtigten Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Behinderung braucht solidarische Unterstützung“, betonte Jörg Munk.
„Ich möchte mit den Bürgern ins Gespräch kommen und sie fragen, ob sie sich vorstellen können mit Behinderten zusammen zu arbeiten“, sagte Roland Leibach, der bei der St. Gallus-Hilfe in Hegenberg arbeitet. Auch Diethelm Hermann freute sich, dass schon einiges besser geworden ist die letzten Jahre und er viel Kontakt zu Menschen ohne Behinderung hat.
Von der Gemeindeverwaltung wurde die Aktion in vielfältiger Weise unterstützt. Bürgermeister Andreas Schmid begrüßte die Möglichkeit, dass Menschen mit Behinderung ihre Bedürfnisse klar formulieren können. „Es ist richtig und konsequent ihnen eine Plattform zu bieten, um wahrgenommen zu werden und sich äußern zu können“, so das Gemeindeoberhaupt. „Es muss aber ein Prozess sein über diesen Tag hinaus“, stellte Bürgermeister Schmid klar. „Dadurch, dass wir mit der Stiftung Liebenau in sehr gutem und engen Kontakt stehen ist es für die Gemeinde selbstverständlich, dies zu unterstützen“. Beim anschließenden Rundgang zu Bahnhof, Post, Banken, Geschäften und Gaststätten der Gemeinde informierten sich Bürgermeister Schmid und Geschäftsführer Jörg Munk sowie weitere Teilnehmern der Aktion über die Zugänglichkeit und Barrierefreiheit der verschiedenen Wege, Plätze und Einrichtungen in der Gemeinde.
Erstellt von Chr. Ehmann am 06.05.2011
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