Ravensburger Spieleland erfreut Kinder

Spieleland-Vorstand Carlo Horn, Bürgermeister a.D. Roland Weiß und Bürgermeister Andreas Schmid  freuen sich mit Rupert Geiger (rechts) und den Gästen aus Gomel über den neuen Rutschespass und viele weitere Attraktionen im Spieleland.

 

Kinder aus Gomel/Tschernobyl erleben Freizeitspaß im Spieleland

Ein Herz für Kinder haben einmal mehr das Ravensburger Spieleland und die Gemeinde gezeigt und in diesem Jahr wieder leukämiekranke Kinder aus Weißrussland ins Spieleland eingeladen.

Schon seit einigen Jahren dürfen Kinder aus Gomel, das etwa 100 Kilometer von Tschernobyl entfernt liegt, während einer 4-wöchigen Ferienfreizeit in Dornbirn auch das Ravensburger Spieleland besuchen. Die Besuche entstanden vor Jahren aufgrund des persönlichen Kontaktes von Bürgermeister a. D. Roland Weiß und dem Musikverein Meckenbeuren mit Rupert Geiger von Tisis/Tosters (Feldkirch). Sowohl Roland Weiß wie auch Rupert Geiger freuen sich, dass auch Bürgermeister Andreas Schmid gemeinsam mit Spieleland-Vorstand Carlo Horn die Besuche im Liebenauer Freizeitpark weiterführen möchte.

20 Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren haben sich am Donnerstag mit ihren Lehrerinnen Tatjana Novik und Tamara Rogoshnikwa über den Aufenthalt im Spieleland gefreut und wurden sogar von zwei Bürgermeistern willkommen geheißen. Mit einem herzlichen „Grüß Gott“ freute sich Bürgermeister a. D. Roland Weiß, dass auch nach seiner Amtszeit die Besuche stattfinden können und dankt dem Vorstandschef Carlo Horn wie auch seinem Amtsnachfolger Andreas Schmiddass sie dies ermöglichen. Bei den Besuchen übernimmt das Spieleland die Eintrittspreise und die Gemeinde trägt die Essenskosten für die Kinder.

Spieleland-Vorstand Carlo Horn wie auch Bürgermeister Schmid freuten sich mit den Gästen über das wunderbare Wetter und wünschten allen einen tollen Aufenthalt und nette Begegnungen. Gemeinsam wurde auch gleich die neue Rutschenanlage im großen Freizeitpark ausprobiert zum Spaß von Jung und Alt.

Seit 1997 verbringen im Dornbirner Ferienheim Maien in Schwarzenberg jährlich ca. 20 bis 30 Kinder aus den verstrahlten Gebieten in Weißrussland einen  4-wöchigen Erholungsaufenthalt. Durch die gute Nahrung und unverstrahlte Umgebung wird innerhalb von wenigen Wochen ein Großteil des Cäsium 137, dass die Kinder im Laufe der Jahre angesammelt und in ihrem wachsenden Körper speichern, abgebaut, ausgeschieden und ihr Immunsystem gestärkt. Neben der Gesundung hat dieser Erholungsaufenthalt wie auch der Abstecher ins Spieleland eine sehr positive Auswirkung auf die Psyche der Buben und Mädchen. Nur vier von  25 Kindern, die in diesem Jahr ins Ferienheim Maien durften weisen keinen erhöhten Wert an Strahlenbelastung auf. Viele von ihnen sind bereits an Leukämie erkrankt und täglich auf Medikamente angewiesen. Die Kinder kommen aus dem 814 Einwohner zählenden Ort Chatowna im Bezirk Gomel am äußersten Rand der bereits ausgesiedelten und dem Boden gleichgemachten Dörfer Tschernobyls. Es gibt im Dorf weder einen Arzt noch eine Krankenschwester, lediglich ein Bus fährt einmal die Woche in die nächst größere Stadt. „Junge Lehrer wurden vom Staat verpflichtet, im verstrahlten Dorf zu unterrichten, bevor sie eine andere Stelle bekommen“, erzählt Martha Lang vom Ferienheim Maien. Laut Statistik von Dr. Knabl, Obmann des Vereins „Tirol hilft Kindern aus Tschernobyl“ konnte festgestellt werden, dass in Chatowna und auch in anderen Dörfern im Kreis Rogatschof im Durchschnitt doppelt so viele Menschen sterben wie geboren werden. Einerseits haben die jungen Paare Angst, dass die Kinder krank werden, andererseits ist es dort ein großes Problem eine Familie zu ernähren. Die Menschen leben hauptsächlich vom Ertrag ihres Gartens, der Tierhaltung oder von Pilzen und Beeren im Wald. Die Gegend ist immer noch sehr stark strahlenbelastet und viele Kinder leiden am schwachen Immunsystem und sind oft krank. Die Region um Gomel war am meisten betroffen von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986. Die radioaktiven Niederschläge gingen zu 70 Prozent in Weißrussland nieder. Im Jahr 2007 gab es über 50 Blutkrebs-Neuerkrankungen. Die Betroffenen Eltern und Kinder zeigen sich dankbar für die Hilfe aus Vorarlberg und Deutschland.

Zum Abschluss des erlebnisreichen Tages im Spieleland hatte Josef Biegger die Kinder mit Betreuer in die Hopfenstube nach Schwarzenbach eingeladen, wo sie alle noch frische Erdbeeren für die Heimfahrt erhielten.

 

 

 

 


Erstellt von Chr. Ehmann am 24.06.2010

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